Head Wachteln

Seit ca. 5 Jahren halten wir jetzt Wachteln. Immer so 5 bis 7 Tiere auf einen Raum von 1,2 m x 2m. Alle 1 bis 2 Wochen haben wir den Stall gereinigt, was heißt ... Stroh raus, Sand sieben, neues Stroh rein. Von Krankheiten und Milben sind wir bisher verschont geblieben. Bisher!

Im Sommer fiel auf, dass die Tiere viel nervöser als gewöhnlich waren und ziemlich zerrupft aussahen. Normalerweise fassen wir die Tiere nicht an, aber wir wollten der Sache mal auf den Grund gehen. Also haben wir jedem einzelnen Tier mal unter die Flügel gesehen. Nicht schön! Das Untergefieder war weitgehend weg, sie also quasi nackt unter dem Mantel. Frau B. recherchierte dann mal im Internet und kam zu dem Schluss, es kann nur Federpicken oder Milbenbefall sein. Ein Federpicken konnten wir nicht beobachten, als suchten wir nach einer Lösung, um die Milben wieder loszuwerden. Die Lösung schien Kieselgur zu sein, also wurde Kieselgur angeschafft und der Stall erst gekalkt und dann damit eingepudert. Zusätzlich kam Kieselgur aufs Gefieder. Eine Besserung konnten wir leider nicht feststellen. Im Gegenteil, irgendwie hatten wir ein Gefühl der weiteren Verschlechterung.

Verzweifelt suchten und fanden wir eine Tierärztin mit Spezialisierung auf Geflügel in Fürstenwalde. Ist schon eigenartig, wenn man mit einer Wachtel im Käfig sitzend zwischen den Hunde- und Katzenbesitzern auf den Aufruf wartet. Das nur mal am Rande erwähnt ;). 

Die Tierärztin meinte, sie kann ein Insektizid erst verschreiben, wenn wir sicher sind, das es sich um die rote Milbe handelt. Also, einmal Nachts mit der Taschenlampe in den Stall und Milben von den Wachteln pflücken. Beweismaterial in einen Behälter, dann alle Wachteln wiegen und wieder in die Praxis kommen.

Eine Woche später mit dem Beweismaterial wieder nach Fürstenwalde und auf ein Rezept warten. Leider wogen die Wachteln im Durchschnitt gerade mal 200 gr. und deshalb war das Runterrechnen von Hühnergröße auf Wachtelgröße schon ein Problem. Nein, nicht das Umrechnen, sondern das es die Verpackungsgröße von Fluralaner nur für Großställe ab 1.000enden von Hühnern gibt. Wir bräuchten pro Wachtel aber nur ½ bis einen Tropfen. Auch ist die Dosierung bei so kleinen Tieren schwer und möglicherweise bringt man die Tiere damit um. Sie gab uns dann einen Chemiebombe für den Stall mit. Eine Grundreinigung musste her. 

Genervt bin ich in dann in den Baumarkt gefahren und habe eine große Plastikplane gekauft. Chemie und Plastik, ein Alptraum!

Wieder zu Hause mussten die Damen in die Hasenkäfige umziehen und ich räumte Stroh und ein Teil des Sandes aus dem Stall. Die Holzhäuschen ließ ich drin. Dann wurde der Stall luftdicht mit der Folie versiegelt. Durch ein kleines Loch warf ich dann die Chemiekartusche in den Stall. Nach 8 Std. Einwirkzeit kam der ganze Plastikkram wieder runter und der Stall wurde für 24 Std. gelüftet. Frischer Sand, frisches Stroh rein und die Wachteln wieder rein fertig. Jetzt möchte man ja glauben, das Drama hätte ein Ende. Ne, ne, die Milben kam so langsam wieder. Jede Woche räumten wir dann den Stall aus flammten ihn ab. Das hielt zwar den Milbenbefall etwas in Grenzen, aber weg bekamen wir sie nicht.

Im nächste Zug fuhr ich dann zu Anna nach Buckow und fragte wie sie diese rote Pest aus ihren Hühner- u. Wachtelställen bekommen hat. Sie schrieb mir ein altes Rezept zum Einsprühen auf. Zusätzlich sollten wir trockene Walnussblätter mit in den Stall geben. Ein Glück, das die Bäume gerade die Blätter verloren und auch schon trocken auf der Wiese lagen. Seither räumen wir wöchentlich den Stall aus, flammen ihn ab, sprühen ein und packen neben Stroh auch noch Walnussblätter rein. Die Papphäuschen werden auch jede Woche erneuert. 

Den Milbenbefall haben wir jetzt soweit im Griff. Ich kann nur sagen „Gott sei dank“. Wachteln ohne wärmendes Untergefieder könnten wir nicht draußen überwintern.

Ich bin gespannt, wie es dann im nächsten Jahr laufen wird. Sobald es wieder wärmer wird, werden sich die Milben sicher auch wieder exorbitant vermehren.

Wer Tiere hält, hat immer was zu tun. ;)

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