Unter dem Schlagwort „Klimabäume“ bieten Baumschulen und Gartenmärkte seit einiger Zeit Bäume an, die Wärme und Trockenheit vertragen, weil sie entsprechenden Klimazonen stammen. Auf diese Weise soll gewährleistet sein, dass die Pflanzen die nächsten Jahre und Jahrzehnte in unserem Garten überstehen. Oder ihre Pflanzung wird uns sogar als Beitrag gegen den Klimawandel verkauft.

Weg damit! Wirklich?

Da ist Marie Kondo, die japanischen Aufräum-Koryphäe. Auch wenn eine Kollegin und Freundin auf sie und ihre stehenden Klamotten schwört, mir ist die Frau unheimlich.

Die Idee, dass weniger Zeug auf dem Schreibtisch und im Schrank das Leben leichter machen, will mir nicht einleuchten.

Diese Blogger, die mit 100 Gegenständen zurechtkommen wollen, wo ich schätzungsweise 30.000 mein Eigen nenne, machen mir Angst.

Ich bin eine Sammlerin von Herzen. Das „bloß nicht weg damit“ liegt mir in den Genen. Mein Zwischenruf „Das ist noch zu gebrauchen!“ lässt andere die Augen rollen. Ich habe auch schon mal in Betracht gezogen, dass es ein transgenerationales Thema ist – von meiner Mutter weiß ich, dass sie früher den Zwirn von aufgetrennten Nähten nochmal vernäht haben.

Was aber gibt es Schöneres als die neu aus alten Brettern und Platten zusammengesetzte Kücheneinrichtung? Keine sibirische Kiefer musste dafür fallen, keine Schraube, die nicht schon woanders gesteckt hat. Andere hätten das Holz beim Auszug entsorgt; bei mir wartete es im Keller auf seine Wiedergeburt als Spülschrank. Ein bisschen verzogen, gestückelt, vergraut – das ist doch noch zu gebrauchen. Ausflug zum Baumarkt? Nicht nötig.

Da ist mein heiliger Kubikmeter, dem Schuppen abgetrotzt, in dem ich stapeln und stellen darf, was mir erhaltenswert scheint.

Gardinenstangen, mit denen ich mein Tomaten stütze. Stuhllehne zu Beetumrandung, aus den Strohballen geprokelte, liebevoll aufgerollte Plastikschnüre.

Die kann doch niemand im Ernst nach nur einer Benutzung vernichten?!

Wo soll das denn alles hin? Zur thermischen Verwertung etwa? Ich weiß seit einem Auftrag für ein Entsorgungsunternehmen, wo der Filterstaub aus den Heizkraftwerken – und übrigens aus aktuellem Anlass – auch aus den Krematorien landet. Dankeschön, das ist nicht nötig.

Neuerdings habe ich mir zum Ziel gesetzt, jede auch nur irgendwie einsetzbare Plastikverpackung mindestens einmal wiederzuverwenden – einfach um mal zu sehen, wie viel sonst gedankenlos in die Tonne wandert. Es ist furchtbar – und ich kaufe schon wenig.

Weg damit … heißt auch Platz schaffen. Den die meisten, außer Mari Kondo vielleicht – nach zwei Jahren wieder vollgestellt haben werden.

Was soll das? Wer Dinge kauft, soll sie behalten. Oder wie sagte der Kleine Prinz: Du bist ewig für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose, deine Dose, deine Bluse, deine Designervase verantwortlich.

Gut, verschenken, das geht. Wenn jemand anders das Dings gebrauchen kann, das ist – wenn ihr mich fragt – die einzige Entschuldigung für „weg damit“.

Einen Blick über den Gartenzaun

2017 startete die GRÜNE LIGA Berlin eine Aktion, in der sie sich auf die Suche nach den schönsten giftfreien Gärten in Deutschland machten. Es wurden engagierte Gärtner_innen jeglicher Couleur dazu aufgerufen, sich in den Kategorien Nutz-, Zier- oder Gemeinschaftgarten zu bewerben.
Ich hatte nicht so viel Lust daran teilzunehmen, da ich kaum Chancen sah, das ein so junger Naturgarten überhaupt in die engere Auswahl fallen könnte. 

Als wir das Grundstück übernommen haben, wollte ich endlich alle meine Haustierträume verwirklichen. Ich wollte Hühner, Katzen oder Hasen, wieder ein Aquarium und einen Papagei.
Aber es kommt ja immer anders als du denkst.
Vom Papagei habe ich die Finger gelassen, ein so prachtvolles Tier in eine Wohnung sperren, fand ich dann doch keine gute Idee. Statt der Hühner sind wir bei Wachteln gelandet. Die haben wir ursprünglich angeschafft, um mal die „Gefiederhaltung im Kleinen“ auszuprobieren. Tja, und was soll ich sagen: Die selbst aufgezogenen Federbündel haben unser Herz erobert. (Mehr dazu bei den einzelnen Artikeln)

Schon als kleines Kind habe ich immer ich gerne über die Zäune anderer Gartenbesitzer geblickt und mich dabei gefragt, ob ich jemals in den Genuss eines eigenen Gartens kommen könnte. Ich staunte über die vielen Möglichkeiten der Gartengestaltung. Häufig wurden Hecken wie an der Schnur ausgerichtet in Form getrimmt, Buxbäumchen eine Kugelform verpasst und Rasen wurde Zentimetergenau gemäht.
Rosen standen in einem Bereich, Blumenrabatten im Anderen und möglichst alles nach Farbe sortiert. Mir ist nicht wirklich aufgefallen, das Löwenzahn und Gänseblümchen sich nicht einfach im Rasen aufhalten durften.

Ein Garten lebt auf

Beim Einzug vor vier Jahren bestand der Garten aus Rasen/Gras und mit Rindenmulch bedeckten Beeten. Wenige Stauden und Obstbäume waren vorhanden, aber seit Jahren nicht gepflegt.
Inzwischen haben wir den Garten in Zonen aufgeteilt (Obstwiese mit Bienen- und Vogelnährgehölzen, Gemüsegarten, Bestäubungszone (Wild-und Bauerngarten-Stauden und -Blumen). Im ersten Jahr krabbelten zu Ostern hunderte von Wildbienen aus dem Boden. Der Garten war doch nicht so tot, wie er aussah. Für unsere Sandbienen halten wir seitdem einen Teil der Fläche offen.

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