Head Ansichten

Ich würde ganz und gar alles fürs Klima tun – eigentlich.

Zum Beispiel ernähre ich mich vegan. Außer, wenn es Apfelkuchen gibt, und der schmeckt eben ohne Schlagsahne nur halb so gut. Oder frisches Roggenbrot. Mit Margarine, naja, geht so. Oft schaffe ich es, meinen Ansprüchen zu genügen. Genauso oft aber auch nicht.

Ich habe längst auf plastikfreie Kosmetik umgestellt, ein Stück Seife genügt. Und dann kommen die Gäste und fragen, womit dann meine Badezimmerablage so zugestellt ist.

Neulich auf dem Weg nach Hause. Prima, denk ich mir, es ist immer die gleiche Strecke – ein Radweg durch den Wald. Eine knappe dreiviertel Stunde dauert auch der Podcast auf meiner Playlist, also steck ich mir die Stöpsel ins Ohr und schwing mich in den Sattel.
Tatsächlich ist der Podcast spannend und die Fahrt kurzweilig. Aber irgendetwas stimmt nicht. Ich fühle mich anders danach. Nicht erfrischt, entspannt und energiegeladen, sondern … irgendwie okay.

Unter dem Schlagwort „Klimabäume“ bieten Baumschulen und Gartenmärkte seit einiger Zeit Bäume an, die Wärme und Trockenheit vertragen, weil sie entsprechenden Klimazonen stammen. Auf diese Weise soll gewährleistet sein, dass die Pflanzen die nächsten Jahre und Jahrzehnte in unserem Garten überstehen. Oder ihre Pflanzung wird uns sogar als Beitrag gegen den Klimawandel verkauft.

Weg damit! Wirklich?

Da ist Marie Kondo, die japanischen Aufräum-Koryphäe. Auch wenn eine Kollegin und Freundin auf sie und ihre stehenden Klamotten schwört, mir ist die Frau unheimlich.

Die Idee, dass weniger Zeug auf dem Schreibtisch und im Schrank das Leben leichter machen, will mir nicht einleuchten.

Diese Blogger, die mit 100 Gegenständen zurechtkommen wollen, wo ich schätzungsweise 30.000 mein Eigen nenne, machen mir Angst.

Als wir das Grundstück übernommen haben, wollte ich endlich alle meine Haustierträume verwirklichen. Ich wollte Hühner, Katzen oder Hasen, wieder ein Aquarium und einen Papagei.
Aber es kommt ja immer anders als du denkst.
Vom Papagei habe ich die Finger gelassen, ein so prachtvolles Tier in eine Wohnung sperren, fand ich dann doch keine gute Idee. Statt der Hühner sind wir bei Wachteln gelandet. Die haben wir ursprünglich angeschafft, um mal die „Gefiederhaltung im Kleinen“ auszuprobieren. Tja, und was soll ich sagen: Die selbst aufgezogenen Federbündel haben unser Herz erobert. (Mehr dazu bei den einzelnen Artikeln)

Einen Blick über den Gartenzaun

2017 startete die GRÜNE LIGA Berlin eine Aktion, in der sie sich auf die Suche nach den schönsten giftfreien Gärten in Deutschland machten. Es wurden engagierte Gärtner_innen jeglicher Couleur dazu aufgerufen, sich in den Kategorien Nutz-, Zier- oder Gemeinschaftgarten zu bewerben.
Ich hatte nicht so viel Lust daran teilzunehmen, da ich kaum Chancen sah, das ein so junger Naturgarten überhaupt in die engere Auswahl fallen könnte. 

Beim Einzug (2015) Jahren bestand der Garten aus Rasen/Gras und mit Rindenmulch bedeckten Beeten. Wenige Stauden und Obstbäume waren vorhanden, aber seit Jahren nicht gepflegt.

Inzwischen haben wir den Garten in Zonen aufgeteilt (Obstwiese mit Bienen- und Vogelnährgehölzen, Gemüsegarten, Bestäubungszone (Wild-und Bauerngarten-Stauden und -Blumen). Im ersten Jahr krabbelten zu Ostern hunderte von Wildbienen aus dem Boden. Der Garten war doch nicht so tot, wie er aussah.

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